Bis Ende Mai stimmen Hamburgerinnen und Hamburger über die Teilnahme an olympischen und paralympischen Spielen in der Hansestadt ab. Der Hamburger Klönschnack hat unseren Vorsitzenden Christoph Albrecht gefragt, wie er die Bewerbung sieht:
Welche Bedeutung hätte eine Olympiabewerbung für Ihren Verein – sehen Sie darin vor allem Chancen für den Breitensport oder eher ein Projekt für den Spitzensport?
Christoph Albrecht: Olympia in Hamburg wäre toll als Chance insgesamt für den Sport in einer Stadt mit großer Sporttradition. Nicht nur Spitzensportler, sondern auch der Breitensport und alle Hamburgerinnen und Hamburger könnten von Olympia profitieren. Nicht zuletzt durch die Euphorie in einer friedlichen Gemeinschaft, die während der Vorbereitung auf dieses große Ereignis entstehen würde.
Einige Vereine/Schulen würden im Zuge der Bewerbung modernisierte Trainingsstätten bekommen, andere nicht. Wie bewerten Sie diese mögliche Ungleichverteilung innerhalb der Hamburger Vereinslandschaft?
Wir haben in den vergangenen Jahren eher mäßige Erfahrungen gesammelt, was den Sportstättenbau anbelangt. Immerhin wird auf dem Dockenhuden gerade der Rasenplatz saniert und auch die Umkleiden sollen demnächst saniert werden.
Was würde eine neue oder modernisierte Anlage konkret für Ihren Alltag bedeuten – etwa für Nachwuchsarbeit, Mitgliederentwicklung oder Trainingsbedingungen?
Der Hamburger Westen braucht dringend mehr Hallenkapazitäten. Etliche Angebote können im Augenblick nicht stattfinden, weil es nicht genügend Platz gibt. Wir haben lange Wartelisten. Wer nach der Schule oder der Arbeit noch weite Strecken zu seinem Lieblingssportangebot zurücklegen müsste, bleibt lieber zuhause.
Sind Sie in die Planungen involviert? Steht schon fest, was genau modernisiert/neugebaut werden würde? Würde dies auch ohne Olympia realisiert werden?
Wir stellen unsere Bedarfe sowohl dem Bezirk als auch dem Senat regelmäßig vor. Größere Neubauten von Sportanlagen sind in Blankenese, Sülldorf oder Iserbrook auch im Rahmen der Olympiavorbereitung wohl eher nicht zu erwarten. Und das obwohl Komet mit dem Stadtteil Sport- und Trainingszentrum fertige Pläne, die der Stadt hinlänglich bekannt sind, seit Jahren auf dem Tisch hat.
Welche Zusagen oder Konzepte müssten aus Ihrer Sicht vorliegen, damit eine Olympiabewerbung langfristig auch dem lokalen Vereinssport in der Stadt zugutekommt?
Die Olympiabewerbung kann große Begeisterung für den Sport auslösen – entscheidend ist, diese Energie in die Vereine vor Ort zu tragen. Denn hier entsteht echte Gemeinschaft: Man unterstützt sich, entwickelt gemeinsam Ideen und gestaltet das Miteinander aktiv. Damit der lokale Vereinssport langfristig profitiert, braucht es klare Zusagen zur Entlastung bei Bürokratie und Organisation. So bleibt mehr Raum für das Wesentliche: Ehrenamt, Zusammenhalt und die Freude an gemeinschaftlichem Engagement.