Es gibt Vereine, die gewinnen Spiele. Bei Komet gewinnen wir sogar Preise dafür, dass wir manchmal nicht gewinnen. Beim Sparda-Bank-Hamburg-Fairnesspreis haben die Komädchen am vergangenen Freitag erneut abgeräumt.
Die Frauen-Mannschaft wurde im Sommer 2026 zum dritten Mal als „Sparda Fair und freundlich“-Preisträger des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) geehrt. In der Bilanz steht damit der sechste Titel für den Mädchen- und Frauenfußball bei Komet Blankenese, denn schon drei Mal landeten die B-Komädchen auf dem ersten Platz der Fairnesstabelle. Beim Gesamtverein war die Ausbeute noch größer: Komet Blankenese wurde zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre zum fairsten Verein Hamburgs gekürt.
Die Geschichte reicht weit zurück: Bereits 2011, in den Anfangsjahren des Sparda-Preises, waren die Komet-Frauen als Preisträger dabei. Seit 2018 folgten fünf weitere Erfolge – eine Serie, die sich aus dem Selbstverständnis der Mannschaft speist. Wer die Komädchen kennt, aus denen irgendwann Komet-Frauen werden, weiß um ihr rein ballorientiertes Spiel. Den Gegner hart anzugehen, ihm die Freude zu rauben oder Verletzungen in Kauf zu nehmen, liegt dieser Mannschaft völlig fern. Ergebnisstechnisch gerät sie damit manchmal ins Hintertreffen; beim Lob für Spielkompetenz und Fairness kann sie sich dafür stets sicher sein.
Die Preisverleihung fand am Freitag im festlichen Rahmen statt. Das Hamburger Journal des NDR widmete der Gala im Grand Elysée einen eigenen Beitrag, in dem Reporterin Maike Sidka nach den ersten vergebenen Preisen die Frage stellte, wer an diesem Abend jubeln durfte. Zu Wort kam auch die Kapitänin der Komet-Frauen, die den Preis für ihre Mannschaft entgegennahm.
Warum das Lob der Gegner schwerer wiegt als Punkte
Der Fairnesspreis der Sparda-Bank Hamburg und des HFV wird nicht nach Gefühl vergeben, sondern nach Zahlen. Grundlage der Wertung sind die offiziellen Fairnesstabellen, in die sämtliche persönlichen Strafen einfließen, ebenso Entscheidungen der zuständigen Sportgerichte. Besonders bewertet wird der respektvolle Umgang mit den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern und mit den gegnerischen Mannschaften. Berücksichtigt werden Teams aus dem Herren- und Frauenbereich sowie der A- bis C-Junioren und der B- und C-Mädchen. Für die fairsten Mannschaften der Hinrunde 2025/2026 kamen bei einer Ehrung im Mai in der HFV-Sportschule Preisgelder in einer Gesamthöhe von über 15.000 Euro zusammen.
Für den Verein zahlt sich diese Haltung über die eigene Mannschaft hinaus aus. Die Fußball-Abteilung von Komet Blankenese profitiert von der Vorbildrolle, die der Mädchen- und Frauenbereich seit Jahren einnimmt. Der Verein formuliert es selbst mit einigem Stolz: Die Junioren, Herren und Senioren versuchen, auf den Spuren der Komädchen zu wandeln. Fairness ist damit kein Nischenprogramm einer einzelnen Mannschaft, sondern ein Standard, an dem sich der ganze Verein messen lassen muss.
Dass dieser Anspruch nicht immer mit dem Spielergebnis belohnt wird, gehört zur Sache. Genau darin liegt die eigentliche Aussage des Preises: Ein Team, das auf Zweikämpfe verzichtet, um den Gegner nicht zu beschädigen, gibt kurzfristig Zählbares her und gewinnt langfristig etwas, das sich nicht nachholen lässt. Für unsere Komädchen ist dieser Tausch seit eineinhalb Jahrzehnten offenbar eine gute Investition.
Der HFV-Jahresempfang im Grand Elysée, auf dem die Sieger traditionell geehrt werden, hat den Rahmen dafür einmal mehr geliefert. Die Sparda-Bank Hamburg fördert damit seit Jahren nachhaltig das Fairplay auf den Hamburger Amateurfußballplätzen – mit Prämien, mit „Fit für Fairplay“-Tagen und mit einem Vereins-Award, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Unsere Komädchen haben von diesem Instrumentarium reichlich Gebrauch gemacht und dabei eines bewiesen: Fair zu spielen heißt nicht, schlechter zu spielen.