Kartoffelsalat in St. Peter-Ording

Eigentlich hätten wir in diesem Trainingslager mit Kartoffeln trainieren müssen, aber mit Lebensmitteln spielt man ja nicht …

Am Freitag, dem 17. September brachen die Komädchen der Jahrgänge 2010 und 2011 übers Wochenende ins Trainingslager nach Sankt Peter-Ording auf. Unsere Unterkunft, das Wiking-Haus im Evangelische Jugenderholungsdorf, erreichten wir auf Umwegen. Wohl dem, der Umleitungsschildern folgen kann … Danke, Carsten! Aber endlich angekommen fühlten wir uns sofort wohl in der neuen Umgebung und unserer Unterkunft. Unser freundliches, von Kiefern umgebenes Haus barg zwar recht kleine Zimmer, da diese aber immer nur mit drei oder vier Komädchen belegt waren und wir uns hauptsächlich im Aufenthaltsraum, der zugleich Speisesaal war, und an der frischen Luft aufhielten, fiel das gar nicht so sehr ins Gewicht.

Bereits kurz nach dem Zimmerbezug bat das Trainerteam zur ersten Einheit. Denn ohne Flutlicht mussten wir uns nach der Natur richten, und die knipst inzwischen schon recht früh ihren Scheinwerfer aus. Das Aufwärmen war zugleich die Technik-Übung des Tages, und nach einer halben Stunde ging es gleich in die Themen-Gruppen. Die älteren bzw. erfahreneren Spielerinnen beschäftigten sich mit dem Stellungsspiel von Abwehrketten – und wie man sie aufs Kreuz legt. Die Jüngeren lernten das Ausnutzen einer Überzahl. Dazu sollte jeweils in variablen Gruppen ein individuelles Training angeboten werden. Nach weiteren 45 Minuten war es „kurz vor Taschenlampe“, und wir kickten noch ein wenig. Anschließend machten wir uns über eine Tonne Fischstäbchen her und erfuhren dabei, was es am nächsten Tag zu essen geben sollte: Würstchen mit Kartoffelsalat. Dazu hatten die Komädchen den passenden Song parat, der immer wieder gesungen wurde. Anschließend genossen wir unsere abendliche Freizeit, wobei vor allem die Tischtennisplatte im Aufenthaltsraum ordentlich herhalten musste. Außerdem waren die Komädchen natürlich neugierig, das riesige Gelände zu erkunden. Doch gegen elf Uhr kannten die Komädchen nur noch eine Richtung: Dusche und Bett – und das, ohne dass die Trainer und Betreuer auch nur ein Wort hätten sagen müssen.

Entsprechend schlurften am Samstagmorgen um halb sieben die ersten Gestalten über die Flure. „Bist Du das, Toto?“ „Ja, in verknittert …“
Nach einer kurzen Mittagspause standen wir wieder auf dem Platz, wo wir uns kurz mit Dribbelaufgaben einstimmten, bevor es ans Üben von Torschüssen und Standardsituationen ging, und das zweieinhalb Stunden lang. Die Trainingsgemeinschaft war diesmal in drei feste Gruppen eingeteilt, und die Mädels haben es super hingekriegt.
Nach einer kurzen Verschnaufpause enterten wir die „Taxis“. Enten-Mama Florian gab das Front-Taxi, und das kannte nur eine Richtung: an den Strand von St. Peter-Ording, der sicherlich das Highlight dieser Reise war. In flotter Kolonne erreichten wir zügig den Sand zwischen den Pfahlbauten, wo die Komädchen nach einem kurzen und erfrischenden Fußbad spielten – Ball natürlich, was denn sonst?! Rund zweieinhalb Stunden verbrachten wir direkt an der Nordsee, auch wenn es lediglich einen Hauch von Sonne am Horizont zu entdecken gab und eine leichte, aber empfindlich kühle Brise aufzog. Zum Abendessen erwartete uns: der Rest Kartoffelsalat …

Anschließend ging es an der Tischtennisplatte weiter hoch her. Doch ab elf Uhr wurde es ruhiger, und unsere Fußballspielerinnen verzogen sich auf ihre Zimmer. Es redet sich halt nicht so gut mit ´ner Zahnbürste im Mund (und vor allem kann man dann nicht den Kartoffelsalat-Song singen).

Sonntagmorgen um halb sieben war es dann noch ganz ruhig im Haus, wenngleich die mitgebrachte Kaffeemaschine bereits gurgelte und der Storch im Horst auf dem Areal klapperte, während der Hahn der Nachbarn offensichtlich heiser war. Doch gegen halb acht war schon wieder Hochbetrieb an der Tischtennisplatte. Frühstück, erste Aufräumrunde, dann alle Mädchen auf dem Fußballplatz. Es gab ein ganz sanftes Aufwärm-/Technik-Training, bevor anschließend noch einmal in den Themen-Gruppen trainiert wurde. Alle waren motiviert und strengten sich an, aber die Beine waren schon echt müde, so dass wir die Nummer verkürzten und anschließend zu kleinen Spiele übergingen.

Dann war Mittagszeit. Und es gab: KEINEN KARTOFFELSALAT! Sondern Pizza, yeah! Nach dem Essen räumten wir endgültig auf, das Trainer- und Betreuerteam fegte die Socken aus jeder Ecke, bis das Haus schließlich, wie stets, wenn die Komädchen irgendwo Quartier beziehen, zum Abschluss fast sauberer ist als vorher.
Am Ende stand noch das von allen mit Freude erwartete Abschlussspielchen 8 gegen 8 mit Auswechselspielerinnen an. Leider kriegten wir es nicht mehr so richtig hin, dabei auch das eine oder andere frisch Gelernte zu zeigen; die Luft schien raus zu sein. Deshalb verkürzten wir bereits in der ersten Hälfte die Spielzeit, die Mädchen beharrten aber auf ihrer zweiten Halbzeit. Wir wollten gerade erneut verkürzen, bekamen aber einen großen Schreck, als sich unsere Mannschaftskapitänin den Fuß vertrat. Betreuerin Heike musste zum ersten Mal an diesem Wochenende richtig „tapen“. So ein Mist!

So ist die Stimmung etwas gedrückt, als wir unsere letzten sieben Sachen in die Autos werfen und zurück zum Komet-Clubhaus aufbrechen. Doch in den Party-Bussen, die diesmal über das Eider-Sperrwerk fahren, lockert die Stimmung wieder auf, und zurück zu Hause sind alle müde, aber fröhlich. Trainern und Betreuern aber bleibt noch lange etwas im Ohr: „Was liegt schwer im Magen, ist schwer zu ertragen, der Kartoffelsalat …“ -Song!

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